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Versorgungssicherheit

Eine sichere Versorgung mit Elektrizität hat eine grosse volkswirtschaftliche Bedeutung. Die ElCom hat den gesetzlichen Auftrag, die Entwicklung der Elektrizitätsmärkte im Hinblick auf eine sichere und erschwingliche Versorgung in allen Landesteilen zu überwachen. Zeichnet sich mittel- oder langfristig eine erhebliche Gefährdung der inländischen Versorgungssicherheit ab, ist es Aufgabe der ElCom, dem Bundesrat entsprechende Massnahmen zur Aufrechterhaltung einer sicheren Stromversorgung vorzuschlagen.

Berichte zur Versorgungssicherheit

Monitoring Versorgungssicherheit

Die ElCom bedient sich für die Überwachung der Versorgungssicherheit verschiedener Instrumente.

Reserven

Um einer Strommangellage im Winter vorzubeugen, hat der Bundesrat unter anderem den Bau eines Reservekraftwerks in Birr (AG), die Bereitstellung weiterer Reservekraftwerke in Cornaux und Monthey sowie Notstromgruppen als ergänzende Reserven eingerichtet. Des Weiteren wurde eine Wasserkraftreserve beschafft. Diese Massnahmen gibt es seit dem Winter 2022/2023; die Reserven mussten bisher nicht abgerufen werden. Den etwaigen Einsatz und das Zusammenspiel der Reserven hat die ElCom in einer Weisung geregelt. Bei der Festlegung spielen sowohl umweltrechtliche, wirtschaftliche als auch technisch-praktische Überlegungen eine Rolle.

Versorgungsqualität

Eine hohe Qualität der Stromversorgung ist unter anderem abhängig von einer hohen Verfügbarkeit des Verteilnetzes. Zur Beurteilung der Netzverfügbarkeit werden von der ElCom jährlich die international üblichen Kennzahlen zur Versorgungsqualität erhoben: SAIDI (System Average Interruption Duration Index) und SAIFI (System Average Interruption Frequency Index). Der SAIDI quantifiziert die durchschnittliche Unterbrechungsdauer pro Endverbraucher, der SAIFI die durchschnittliche Unterbrechungshäufigkeit pro Endverbraucher. In die Berechnung des SAIDI und SAIFI fliessen alle ungeplanten Unterbrechungen ein, die länger als drei Minuten dauern und aufgrund von Naturereignissen, menschlichem Versagen, betrieblichen Ursachen oder Fremdeinwirkungen auftreten.

Cybersicherheit

Mit der fortschreitenden Digitalisierung werden die Stromnetze zunehmend durch intelligente Informations- und Kommunikationstechnologien gesteuert und überwacht. Damit steigt das Risiko, dass die Verfügbarkeit, Integrität oder Vertraulichkeit der Daten kompromittiert wird. Ein Cybervorfall kann im Extremfall zu einem grossflächigen Stromausfall mit schwerwiegenden Folgen führen. Cybersicherheit ist somit zu einem zentralen Aspekt einer sicheren Stromversorgung geworden.

Plattformen und Gremien

Die Schweiz ist mit über 41 grenzüberschreitende Leitungen sehr eng mit dem europäischen Netz verbunden. Eine enge Abstimmung mit den Nachbarländern ist daher unerlässlich. Die ElCom setzt sich dafür ein, dass die Schweiz an den relevanten Plattformen teilnimmt, da bei einer Nichtteilnahme der Schweiz erhebliche Risiken für den sicheren Netzbetrieb bestehen. Insbesondere kann es sehr kurzfristig zu ungeplanten, unangekündigten Stromflüssen über das Schweizer Netz kommen, die zu Überlastungen und Ausfällen führen können. Diese Situation könnte auch die Systemsicherheit der gesamten Region um die Schweiz gefährden.